Schwedens Riksdag veröffentlichte am 20. Februar zehn Ausschussberichte – die größte Einzeltageslieferung der laufenden Parlamentssitzung. Die Berichte umfassen Kernkraftgenehmigungen, kommunale Windkraftregulierung, Qualifizierung zur Sozialversicherung für Einwanderer, Wettbewerbsreform und ländliche Entwicklung. Die Veröffentlichung signalisiert eine Regierungskoalition, die ihre Gesetzgebungsbilanz vor der Wahl im September 2026 aufbauen will. Gleichzeitig reichten die Sozialdemokraten sieben Interpellationen gegen mehrere Regierungsminister ein.
Kernkraftgenehmigung: Schnellerer Weg zu neuen Reaktoren
Der Bericht des Industrieausschusses (NU) Bet. 2025/26:NU19 schlägt ein zweckmäßigeres Genehmigungsverfahren für Kernanlagen vor, das direkt das ambitionierte Kernkraftausbauprogramm der Kristersson-Regierung unterstützt. Die vorgeschlagenen Reformen würden das Genehmigungsverfahren unter einem einzigen koordinierten Prozess konsolidieren.
Windkraft: Die Debatte über das kommunale Veto geht weiter
Bericht Bet. 2025/26:NU20 über Windkraft in Kommunen behandelt eine der politisch umstrittensten Energiefragen Schwedens. Das aktuelle System gibt Kommunen praktisch ein Vetorecht über Windkraftanlagen. Der Ausschuss prüft Reformvorschläge zum kommunalen Zustimmungsverfahren.
Sozialstaatsqualifizierung: Die Verbindung zwischen Einwanderung und Leistungen
Der politisch kontroverseste Bericht des Tages, Bet. 2025/26:SfU21 des Sozialversicherungsausschusses zur Qualifizierung für die Sozialversicherung, befasst sich mit dem Bestreben der Regierung, den Zugang zu Sozialleistungen an Aufenthaltsdauer und Arbeitsmarktteilnahme zu knüpfen.
Wettbewerb und Marktreform
Bet. 2025/26:NU22 führt neue Instrumente zur Stärkung des Wettbewerbs im privaten und öffentlichen Sektor ein. Bet. 2025/26:NU23 zur Privatkopievergütung modernisiert einen Rahmen aus der Ära physischer Medien.
Landpolitik: Kann ganz Schweden funktionieren?
Bericht Bet. 2025/26:NU21 über Politik für stärkere ländliche Gebiete schlägt Maßnahmen zur Verbesserung von Infrastruktur, digitaler Anbindung und öffentlichen Diensten in ländlichen Gemeinden mit jahrzehntelangem Bevölkerungsrückgang vor.
Oppositionsoffensive: Sieben Interpellationen an einem Tag
Die Sozialdemokraten reichten sieben Interpellationen gegen Regierungsminister der Liberalen und Christdemokraten ein. Die Themen reichen von gewinnorientierten Schulen über die Kritik des Finanzpolitischen Rates an der Arbeitsmarktpolitik der Regierung bis zu Diskriminierungsgesetzgebung, Nachtzugverkehr in Nordschweden und Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen.
Im Blick behalten
- Kammerdebatten: Kernkraftgenehmigung und Sozialversicherungsqualifizierung werden große Debatten auslösen, voraussichtlich im März.
- Windkraftabstimmungen: Die kommunale Vetofrage könnte zu parteiübergreifenden Allianzen führen.
- Interpellationsantworten: Die Antworten der Minister auf die S-Offensive setzen den Ton für die Frühjahrssitzung.
- Wahlpositionierung: Sieben Monate vor der Wahl 2026 offenbart die heutige Aktivität die Kampflinien bei Energie, Sozialstaat und Arbeitsmarktpolitik.