Die Montagsrückkehr des Reichstags brachte den Nachtragshaushaltsplan des Finanzausschusses (FiU46), fünf schriftliche Anfragen — darunter eine über schwedische Diplomatieverbindungen zu Jeffrey Epstein — und die Nachwirkungen des bahnbrechenden Bandenkriminalisierungsvorschlags der letzten Woche.
Top-Nachricht des Tages: Die Bandenkriminalisierung formt die Debatte um
Die bedeutendste politische Entwicklung, die die Agenda des Montags prägte, entstand nicht heute, sondern warf einen langen Schatten vom vergangenen Donnerstag. Die offizielle Regierungsuntersuchung (SOU 2026:11, "Straffansvar för deltagande i och samröre med kriminella sammanslutninar") wurde am 13. Februar vorgestellt und hat seither den politischen Diskurs dominiert. Der Vorschlag — die bloße Mitgliedschaft in kriminellen Banden unter Strafe zu stellen — stellt das schärfste Instrument dar, das Ministerpräsident Ulf Kristersson bisher in seinem Kampf gegen die organisierte Kriminalität eingesetzt hat.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Mit den Reichstagswahlen 2026 in etwa achtzehn Monaten hat die von den Moderaten geführte Regierung ihre Gesetzgebungsmaschinerie in Sicherheitsfragen beschleunigt. Letzte Woche verpflichtete sich Schweden auch zu 100 Millionen Dollar für die ukrainische Verteidigung und unterzeichnete ein bilaterales Cybersicherheits-Kooperationsabkommen mit Kiew.
Im Reichstag hallte die Debatte durch Interpellationsantworten die ganze Woche wider. Infrastrukturminister Andreas Carlson (KD) beantwortete Fragen zur Umweltkontrolle von Fahrzeugen (Interpellation 2025/26:317), während andere Minister zu Behindertentransporten (2025/26:211), Wiedereinstellungsrecht (2025/26:303), Demokratiehilfe für den Iran (2025/26:310), illegalem IPTV (2025/26:316), Mieterschutz bei Renovierungen (2025/26:287 und 314) sowie Drohnen für die Stockholmer Polizei (2025/26:302) antworteten.
Der Puls des Reichstags
Die konkreteste gesetzgeberische Entwicklung des Tages war die Veröffentlichung des Ausschussberichts FiU46 durch den Finanzausschuss — ein Nachtragshaushalt (EÄB), der Anpassungen der Staatsausgaben mitten im Haushaltsjahr signalisiert.
Die Ausschusspipeline bleibt umfangreich. Seit dem 10. Februar sind Berichte vom Sozialausschuss über die Entsendung von Staatspersonal (SoU36), vom Wirtschaftsausschuss über Handelspolitik (NU11), vom Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss über Tierschutz (MJU9), vom Sozialversicherungsausschuss über Elterngeld (SfU20), vom Zivilausschuss über Wohnungseigentumsregister (CU28), vom Verkehrsausschuss über Straßenverkehr (TU9) und vom Bildungsausschuss über Bildungspolitik (UbU8) eingegangen.
Die Regierung hat ein umfangreiches Propositionsportfolio vorangetrieben: Abschaffung der Meldepflicht vor dem Elterngeldantrag (Prop. 2025/26:117), Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien (Prop. 2025/26:116), makroprudenzielle Aufsichtsentwicklung (Prop. 2025/26:115), verstärkter Sicherheitsschutz bei Immobilienübertragungen (Prop. 2025/26:114), Identitätsanforderungen bei Grundbucheintragungen (Prop. 2025/26:113), reformierte Abfallgesetzgebung (Prop. 2025/26:109) und Modernisierung der Kontrollwerkzeuge des Steueramts (Prop. 2025/26:106).
Regierungsüberwachung
Über die SOU zur Bandenkriminalisierung hinaus war die Regierungskommunikation letzte Woche aktiv. Der Beitrag von 100 Millionen Dollar zur ukrainischen Verteidigung dominierte international, doch im Inland kündigte die Regierung einen verbesserten Zugang zur Zahnmedizin in ländlichen Gebieten, flexiblere Weinregeln und eine Überprüfung der Informationssicherheit von Lantmäteriet (Ds 2026:5) an.
Ds 2026:4 richtet Myndigheten för utrikes underrättelser ein — eine bedeutende Umstrukturierung der schwedischen Geheimdienstarchitektur in der Post-NATO-Beitrittslandschaft.
Oppositionsdynamik
Die fünf schriftlichen Anfragen des Tages enthüllen die Strategie der Opposition. SD reichte drei ein: UNO-Gratulationen an den Iran (HD11512), schwedische Diplomatieverbindungen zu Jeffrey Epstein (HD11516) und Online-Kauf von Snusdosen (HD11513). Die Epstein-Frage zwingt die Regierung, zu historischen Diplomatieverbindungen mit einer der berüchtigtsten Figuren des modernen internationalen Skandals Stellung zu nehmen.
Die S-Anfrage zu Bearbeitungszeiten für Aktivitätsersatz bei verlängerter Schulzeit (HD11515) zielt auf Versäumnisse in der Wohlfahrtserbringung. Die C-Anfrage zu „Teenager-Ausweisungen" (HD11514) positioniert sich in einer Einwanderungspolitik, die brisant bleibt.
Die einzige Interpellation des Tages — die Frage der S-Abgeordneten Marie Olsson an Finanzministerin Elisabeth Svantesson zur Mehrwertsteuer auf Parkplätze (HD10341) — greift ein Thema vom November 2025 wieder auf.
Ausblick
Die Woche verspricht volle parlamentarische Intensität. Der Nachtragshaushalt des Finanzausschusses (FiU46) erfordert eine Kammerabstimmung, und der Rückstau an Berichten deutet darauf hin, dass weitere Abstimmungen bevorstehen. Die SOU zur Bandenkriminalisierung tritt in die Konsultationsphase ein. Die sieben Regierungsvorlagen in der ersten Februarhälfte deuten auf ein beschleunigtes Gesetzgebungstempo hin.
In Zahlen
- 5 schriftliche Anfragen eingereicht heute (3 SD, 1 S, 1 C)
- 1 Interpellation eingereicht heute (S zur Parkplatz-MwSt.)
- 1 Ausschussbericht veröffentlicht heute (FiU46)
- 8 Ausschussberichte veröffentlicht seit dem 10. Februar
- 7 Regierungsvorlagen eingereicht im Februar
- 135 Propositionen insgesamt in dieser Sitzungsperiode (2025/26)
- 341 Interpellationen in dieser Sitzungsperiode
- 516 schriftliche Anfragen in dieser Sitzungsperiode
- 3 904 Anträge in dieser Sitzungsperiode
Diese Woche zu beobachten
- Konsultation zur Bandenkriminalisierung: Erste Reaktionen auf SOU 2026:11 signalisieren, wie die Flaggschiffpolitik der Regierung den Gesetzgebungsprozess übersteht.
- Nachtragshaushalt des Finanzausschusses: Die Kammerprüfung von FiU46 testet die Abstimmungsdisziplin der Koalition.
- Myndigheten för utrikes underrättelser: Ds 2026:4 über eine neue Geheimdienstbehörde tritt in den Konsultationsprozess ein.
- Die Epstein-Frage: SDs schriftliche Anfrage (HD11516) könnte erhebliche Medienaufmerksamkeit erzeugen.
- Ukraine-Unterstützungsdebatte: Der Verteidigungsbeitrag von 100 Millionen Dollar könnte Oppositionsfragen zur Nachhaltigkeit auslösen.